Aus dem Ältestenkreis 4/2017

1. Bilanz des Reformationsjubiläums


Das zu Ende gegangene Kirchenjahr stand ganz im Zeichen des 500- jährigen Reformationsjubiläums. Dabei ging es nicht nur vorrangig um das historische Ereignis der Reformation, das gebührend gefeiert und gewürdigt werden sollte. Nach einer Verlautbarung der EKD war der mit den verschiedenen Veranstaltungen verbundene Aufwand eine  bewusste Investition in die Sichtbarmachung der Kirche, des christlichen Glaubens und der Bedeutung der Reformation für unsere heutige moderne Gesellschaft sowie die Herausforderungen der Gegenwart.
Unter diesem Gesichtspunkt war es dem Ältestenkreis wichtig, auch das Ergebnis unseres eigenen Programms mit seinen zahlreichen Aktivitäten zu bilanzieren, aber daraus auch Erkenntnisse für die künftige Gemeindearbeit herzuleiten.

Die Konzentration von Vorbereitung und Durchführung der meisten Veranstaltungen auf der Ebene der Bruchsaler Kirchengemeinde war sicherlich eine sachgerechte Entscheidung, da so die vielen Ideen und Initiativen gebündelt werden konnten.

Die Feiern, das Gedenken an das Reformationsereignis und seine Einordnung in unsere heutige Zeit fanden auf den verschiedensten Ebenen statt. Dies waren neben der „klassischen“ Vermittlung der theologischen Inhalte in Form einer Predigtreihe, Ausstellungen (z.B. Bilder zu Liedern der Reformationszeit, Briefmarkenausstellung „Reformation“) Vorträge (z.B. von Dr. Gerald Dörner über den Pfarrer im 16. Jahrhundert), Workshops, aber auch Theateraufführungen, öffentliche Aktionen und musikalische Veranstaltungen.

Es ist positiv anzumerken, dass die „Luthermania“, d.h. der Kult der z.T. anderenorts mit der Person Martin Luthers in Form verschiedenster Produkte betrieben wurde, bei uns weitgehend vermieden werden konnte.
Allerdings entspricht es modernen Trends in der Vermittlung historischer oder theologischer Inhalte, dass z.B. ein Theaterstück über Katharina von Bora mehr Publikum anzieht als ein Workshop über Luthers Schrift zur „Freiheit eines Christenmenschen“.
Dabei hatte die Evangelische Landeskirche in Baden das Jubiläumsjahr unter das Motto „…da ist Freiheit“ gestellt, allerdings ein Thema, das heute längst nicht mehr als so drängend empfunden wird wie vor 500 Jahren.
Gerade die Aktivitäten, die inmitten der Öffentlichkeit in engem Kontakt mit den Bruchsaler Bürgern stattgefunden haben, erzielten Aufmerksamkeit und machten das Bekenntnis zum christlichen Glauben für viele sichtbar und bewusst. Das galt z.B. für ein öffentliches Singen auf dem Wochenmarkt am 8. April unter der Leitung von Christiane Ruppaner und Rebecca Liebrich. Dabei wurde „Ein feste Burg ist unser Gott“ intoniert und so mancher Marktbesucher
zum Mitsingen angeregt. Es war zu spüren, dass die Aktion von den Mitbürgern positiv aufgenommen wurde.

Dasselbe gilt für die an einem Samstag im September ebenfalls auf dem Marktplatz von Cordula Völker und Adelheid Liedke organisierte Aktion „Luther mittendrin“. Mit Postkarten, Äpfeln und einem Stand der evangelischen Kirchen
Bruchsals wurde auf das Reformationsjubiläum aufmerksam gemacht und bei dieser Gelegenheit zahlreiche konstruktive Gespräche mit Passanten geführt.

Für den Paul-Gerhardt-Chor war die Teilnahme am Pop-Oratorium „Luther“, wo man am 11. Februar in der Mannheimer SAP-Arena zu einem Projektchor mit 2300 Stimmen gehörte, das Highlight des Jubiläumsjahres. Die Veranstaltung war Teil einer Aufführungsserie an 10 verschiedenen Orten und hatte sicherlich eine der größten Außenwirkungen.
Die SAP-Arena war mit ca. 10 000 Zuschauern ausverkauft. Das im Musical-Stil komponierte und getextete Stück verkündete in Form stimmungsvoller und mitreißender Melodien nicht nur die historischen Ereignisse des Reichstages zu Worms, sondern enthält auch die wichtigsten Botschaften Luthers. Als willkommenes Nebenprodukt der Teilnahme konnte der PG-Chor seitdem bei mehreren Gelegenheiten einzelne Lieder des Oratoriums auch in Bruchsal zur Aufführung bringen.

Auch der Abschlussgottesdienst am 31.10., an dem unsere Gemeinde mit Band, Paul-Gerhardt- Chor und der Predigt von Pfarrer Schowalter über das Thema „Gnade - geschenkt“ mit wesentlichen Beiträgen beteiligt war, fand nicht nur in einer gut gefüllten Lutherkirche statt, sondern fand auch bei den Gottesdienstbesuchern eine überaus positive
Resonanz.

 

Bleibt die abschließende Frage, was vom Reformationsjubiläum bleibt. Können die Impulse, die es ohne Zweifel gab, für die weitere Gestaltung einer lebendigen Kirche genutzt werden? Eine resignative Antwort wäre die Feststellung,
dass für viele Menschen, darunter auch zahlreiche evangelische Mitbürger, der 31.10.2017 vor allem Gelegenheit gab, Halloween an einem freien Tag ausgiebig zu feiern. Dies wäre aber eine Kapitulation vor einem leider oft auf oberflächliche Bespaßung ausgerichteten Zeitgeist. Gleichzeitig gibt es nämlich viele Menschen, die nach Halt und Lebenssinn suchen.

Margot Käßmann, die Botschafterin des Reformationsjubiläums, hat daher in einem Interview eine positivere und optimistische Bilanz gezogen. Für sie war die Resonanz der Veranstaltungen ein „Mutmacher, die Herausforderung offensiv anzunehmen und öffentlich über Glauben und Kirche zu sprechen“. Gerade kleinere öffentliche Angebote von Spiritualität könnten Menschen anziehen. Diese Feststellung deckt sich mit unserer oben beschriebenen Erfahrung. Insofern war das Jubiläumsjahr auch ein Experimentierfeld, zeitgemäße Methoden weiterzuentwickeln, wie man
den Zugang zu den Menschen am besten finden kann. Wir sind aufgefordert, diesen Weg weiterzugehen.

Ein weiterer Aspekt darf nicht unerwähnt bleiben. Es ist gelungen, auch die katholischen Mitchristen, die sich an vielen Veranstaltungen beteiligt haben, partnerschaftlich in das Jubiläum einzubeziehen. Dies ist nicht selbstverständlich, war doch die Reformation, obwohl von Luther so nicht beabsichtigt, Anlass zur Kirchenspaltung. Insofern war es wichtig, dass sich die ACG Bruchsal am 1. April in einem ökumenischen Bußgottesdienst unter dem Motto „Erinnern – versöhnen - aufbrechen“ in der katholischen Kirche von Untergrombach auch mit den dunklen Seiten der Reformation bis hin zu den Religionskriegen auseinandergesetzt hat. Die Tatsache, dass Pfarrer Ritzler von unserer katholischen Nachbargemeinde St. Vinzenz im abschließenden Gottesdienst am 31. 10. ein inhaltlich versöhnliches Grußwort sprach, macht Mut zu weiterer ökumenischer Zusammenarbeit.

 


2. Sonstiges


Was die weitere Berichterstattung über das abgelaufene Kirchenjahr betrifft, darf ich auf den kurzen Bericht zur Gemeindeversammlung verweisen, die am 14.10. unter der bewährten Leitung von Friedrich Weiß und Jürgen Weixler
stattgefunden hat.

Ergänzend zu erläutern wäre noch die jüngste Entscheidung des ÄKs, wonach eine Lautsprecheranlage für den Gemeindesaal angeschafft werden soll. Sie wird verschiedensten Zwecken dienen wie z.B. Gottesdienstübertragungen
für Eltern, die sich mit kleinen Kindern im Gemeindesaal aufhalten, als Mikrofonanlage für Veranstaltungen, für die Konfirmandenarbeit, zur Unterstützung des Brückenfestes etc. Die Kosten liegen bei ca. 1500 EUR. Die Finanzierung erfolgt über das Sonderopfer im November und, da die Anlage vor allem auch für Veranstaltungen des Seniorenkreises nutzbar ist, aus dem Seniorenkonto.

 


3. Danksagung


Der Ältestenkreis dankt all den vielen Helferinnen und Helfern, die sich auch in diesem Jahr wieder für die Gemeinde engagiert haben und damit ganz wesentlich zu unserem lebendigen Gemeindeleben beigetragen haben. Dies gilt nicht nur für diejenigen, die die beschriebenen Aktivitäten und Veranstaltungen des Reformationsjubiläums mitgestaltet haben. Es gilt für die Vorbereitung und Durchführung der erneut gelungenen Gemeindefreizeit, für die Arbeit in den verschiedenen Kinder- und Jugendkreisen, für das Team des Seniorentreffs, unsere Gottesdienstteams, unsere  zahlreichen Musiker, Sänger und Tontechniker, die Männerrunde, den Kindergarten und das Bauteam, das dafür gesorgt hat, dass unsere Küche von Grund auf renoviert wurde.


Last but not least war auch das Brückenfest in diesem Jahr trotz parallel stattgefundener Bruchsaler Veranstaltungen wieder gut besucht, verlief in bester Atmosphäre und erzielte einen Gesamterlös von 2750,- EUR. Auch hier: Herzlichen Dank allen, die mitgearbeitet haben und dabei waren. Hier wird es allerdings eine einschneidende Veränderung geben. Günter Bader hat zum letzten Mal die Gesamtverantwortung für Planung und Durchführung
des Brückenfestes übernommen. Ebenso wird er das Amt als Vorsitzender des Fördervereins niederlegen.
Damit entsteht eine schwer zu füllende Lücke. Günter Bader war mit all seiner Erfahrung, seiner liebenswürdigen Kontaktfreudigkeit und seinem hohen Pflichtbewusstsein in diesen Funktionen ein ganz starker Pfeiler des Gemeindelebens, dem wir viel zu verdanken haben. Sicherlich wird er auch in Zukunft immer wieder einmal mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Es werden aber jetzt andere Gemeindemitglieder gesucht, die als Nachfolger die
Verantwortung übernehmen. Dasselbe gilt für das Team, das bisher bei den Brückenfesten die Tombola organisiert hat.


Abschließend darf ich im Namen des gesamten Ältestenkreises der Gemeinde ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Jahr 2018 wünschen.

 


Jürgen Dick

Aus dem Ältestenkreis 3/2017

Besprechung mit der Dekanin des Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal Frau Gabriele Mannich

 

Wie in der letzten Ausgabe der Gemeindezeitung angekündigt fand am 20.7. eine Besprechung des Ältestenkreises mit unserer Dekanin Frau Gabriele Mannich statt. Gegenstand der Unterredung waren personelle und finanzielle Entwicklungen in der Badischen Landeskirche, ihre Auswirkungen auf Kirchenbezirk und Kirchengemeinde, sowie
die zu ziehenden Konsequenzen und die zu treffenden organisatorischen Maßnahmen. Frau Dekanin Mannich konnte die bereits berichteten Trends bestätigen und quantitativ weiter spezifizieren. Vorrangige Herausforderung wird der sich deutlich abzeichnende Pfarrer-Mangel sein. Die kritische Phase beginnt mit den Jahren 2022-2025 und erreicht ihren negativen Höhepunkt im Jahre 2030. Von den derzeit 960 badischen Pfarrern wird bis dahin mehr als die Hälfte (490) in den Ruhestand gehen. Da pro Jahr nur ca. 25 junge Pfarrerinnen und Pfarrer nachrücken, ist damit zu rechnen, dass ca. 200 Stellen nicht nachzubesetzen sind. Zwar ist auch die Zahl der zu betreuenden evangelischen Christen leicht rückläufig, dennoch wird die Entwicklung erhebliche Auswirkungen auf die Dichte der seelsorgerischen  Betreuung und auf die Gemeindestrukturen haben.

 

Die ungünstige finanzielle Entwicklung verschärft die Situation weiter. Ab 2025 muss damit gerechnet werden, dass der Haushalt der Landeskirche nicht mehr ausgleichsfähig ist und bereits aus diesem Grund eine Reduzierung
der Stellenumfänge erforderlich wird. Grundsätzlich strebt die Landeskirche an, auch in Zukunft flächendeckend präsent zu sein, dennoch können Zusammenlegungen und die Schwerpunktbildung kirchlicher Aktivitäten nicht vermieden werden. Ehrenamtliches Engagement wird eine noch größere Rolle spielen, noch kritischer als bisher wird
man prüfen müssen, für welche kirchliche Veranstaltung der theologisch ausgebildete Pfarrer wirklich gebraucht wird; wo und wie kann er von Managementaufgaben entlastet werden? Welche Gruppen und Kreise können über die
Grenzen der Pfarrgemeinde hinaus angeboten werden? Wie kann für den Pfarrerberuf geworben werden, wie die Arbeitsbedingungen attraktiver und familienfreundlicher gestaltet werden? Dies ist nur ein Teil der Fragen, mit
denen sich die Kirche in den nächsten Jahren auseinandersetzen muss.

 

Was die Durchführung betrifft, ist vorgesehen, nach einer gründlichen Analyse für die einzelnen Kirchenbezirke konkrete Reduzierungen von Pfarrerstellen und anderen Hauptamtlichen vorzugeben. Auf der Basis dieser vorgegebenen Eckdaten werden die Kirchenbezirke und Kirchengemeinden dann Vorschläge erarbeiten können, wie mit den reduzierten personellen Ressourcen eine möglichst optimale Struktur und Aufgabenwahrnehmung möglich ist.
Ganz konkret wird die in Bruchsal anstehende Visitation 2018 eine wichtige vorbereitende Bestandsaufnahme sein. Sie sollte daher nicht als lästige und mit hohem Arbeitsaufwand verbundene Pflicht, sondern als Chance wahrgenommen werden, die verschiedenen Facetten unserer Gemeindearbeit in ihrer Bedeutung nach außen darzustellen und für
ihre Fortführung zu werben.

 

Dennoch: Nicht jede Gemeinde muss alles bieten. Wir werden uns noch mehr als bisher für gemeinsame Aktivitäten mit den Nachbargemeinden öffnen müssen, einschließlich der wichtigen Fragestellung, was die Ökumene leisten
kann, um lebendiges christliches Leben und Bekennen auch unter den veränderten Rahmenbedingungen zu  ermöglichen.


Jürgen Dick

Aus dem Ältestenkreis 2/2017

 1. Visitation 2018 – unter dem Zeichen künftiger Herausforderungen

1.1 Grundlagen

Im nächsten Jahr steht die Visitation derKirchengemeinde Bruchsal und ihrer einzelnen Pfarrgemeinden an, ein Projekt, das uns spätestens nach Abschluss der Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum vorrangig beschäftigen und umfangreiche Vorbereitungen erfordern wird. Daher ist es sinnvoll, uns die wesentlichen Grundlagen und Ziele einer Visitation in Erinnerung zu rufen:

Sie „sucht die Stärkung und Weiterentwicklung kirchlichen Lebens… hat die Aufgabe, die Besuchten durch Anerkennung der bisherigen Arbeit zu ermutigen, mit ihnen Ziele der künftigen Arbeit zu vereinbaren, sowie deren Erreichung zu überprüfen…“. (Auszug aus Handbuch für Kirchenälteste der Evangelischen Kirche in Baden, S.37/38, ausführlich in: http:/www.ekiba.de/visitation).

 

1.2 Hintergründe

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Visitation 2018 nicht nur eine Routineangelegenheit ist, sondern im Zeichen künftiger struktureller Veränderungen in den Kirchengemeinden steht, die auf die Entwicklung der Personalsituation der

evangelischen Pfarrer/-innen zurückzuführen sind. Die hohe Zahl von planmäßigen Pensionierungen kann in den nächsten Jahren nicht durch eine entsprechende Zahl von Ordinationen junger Theologen kompensiert werden; mit einem Rückgang von 15-25% ist zu rechnen. Konsequenz ist, dass nicht mehr alle derzeitigen Stellen besetzt werden können, was zwangsläufig organisatorische Straffungen und Zusammenlegungen auf Ebene der Kirchen- und Pfarrgemeinden zur Folge hat. Um flexibel reagieren zu können und nicht einem „Diktat von oben“ ausgesetzt zu sein, geht es jetzt darum, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie man selbst den Umbruch aktiv gestalten und eigene konstruktive Vorschläge unterbreiten kann. Hierzu wird am 20.7. eine vorbereitende Besprechung des Ältestenkreises mit Dekanin Mannich stattfinden.

Auf dieser Grundlage soll dann im Herbst im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der ÄK auf Ebene der Kirchengemeinde eine Bestandsaufnahme und eine gegenseitige Information der Pfarrgemeinden durchgeführt werden. Dabei muss identifiziert

werden, welche Strukturen bzw. Aktivitäten in Zukunft ggf. gemeinsam zu nutzen und welche zwingend weiter auf Ebene der Pfarrgemeinde vorzuhalten sind.

Wir werden uns bemühen, die Gemeinde über die weitere Entwicklung dieser zentralen Thematik auf dem Laufenden zu halten.

 

2. Rüstzeit des Ältestenkreises

Am 10./11. März traf sich der ÄK zu einer Rüstzeit im Haus der Kirche in Bad Herrenalb, eine Gelegenheit, sich unabhängig von der routinemäßigen Arbeit über grundsätzliche Themen und Zukunftsperspektiven auszutauschen. Selbstverständlich stand die oben

angesprochene Thematik im Mittelpunkt. Die wichtigsten Ergebnisse können auf der Grundlage des von Cordula Völker angefertigten Protokolls wie folgt zusammengefasst werden:

 

2.1 Datenbasierte Bestandsaufnahme

Eine wichtige Vorbereitungsmaßnahme für die anstehende Visitation ist eine datenbasierte Bestandsaufnahme. Einzelheiten zeigen die beigefügte statistische Analyse der Gemeindezahlen und die von Matthias Schenk zusammengestellten Grafiken.

Der negative Saldo in der Entwicklung der Gemeindemitgliederzahlen ist vornehmlich auf die negative Differenz von Zu- und Wegzügen evangelischer Bürger im Gemeindegebiet zurückzuführen. Das betrifft besonders deutlich junge Familien mit Taufkindern. Ca. 50% der Austritte stammen von Neuzugezogenen, die den Ortswechsel zum Anlass nehmen auszutreten, langjährige Mitglieder treten eher selten aus. Ältere Menschen, die ins Altersheim umziehen, werden automatisch zur Luthergemeinde umgemeldet, nur teilweise erfolgen Rückmeldungen.

Die Beteiligung an den Gemeindeaktivitäten ist durchaus positiv zu bewerten. Der Gottesdienstbesuch liegt bei 40-90 Personen pro Sonntag. Die Zahl aktiver Mitarbeiter ist innerhalb der letzten 13 Jahre von ca. 70 auf ca. 120 Personen gestiegen, insgesamt wird die Zahl der Gemeindemitglieder, die sich in irgendeiner Form am Gemeindeleben beteiligen, auf ca. 300-400 geschätzt.

Wie aus der Statistik ersichtlich ist, sank die Zahl der Paul-Gerhard-Gemeindemitglieder von 1750 im Jahre 2013 auf 1581 im Jahre 2016. Mit weniger als 1500 Mitgliedern wird ein kritischer Schwellenwert erreicht, bei der die derzeitige 75%-Pfarrstelle in Paul-Gerhardt gefährdet ist. Die Pfarrstelle wird leider nicht nach der Aktivität der Gemeinde, sondern ausschließlich nach registrierten Paul-Gerhardt-Mitgliedern berechnet.

Sinkende Mitgliederzahlen haben auch zwangsläufig eine sinkende Zuweisung von Finanzen zur Folge. Darunter kann mittelfristig die Gebäudeerhaltung leiden, bis hin zur Notwendigkeit gemeindeeigene Immobilien zu veräußern. Derzeit sieht der ÄK hierin allerdings noch keine Bedrohung, da unser Gebäudebestand dank der Tätigkeit des Bauteams und des Spendeaufkommens zur Finanzierung der Bautätigkeiten auf modernem Stand ist.

 

2.2 Analyse des Gemeindelebens/ Möglicher Ausblick

Neben der mathematischen Statistik sind weitere Faktoren der Bestandsaufnahme im Hinblick auf die Visitation mindestens genauso wichtig. Hierzu gehören Fragen wie: Was ist uns wichtig? – Was sind unsere Stärken? / Was schätzen Menschen besonders an dieser Gemeinde und leben deshalb in dieser Gemeinde mit? Was erwartet man von uns? – Was sind unsere längerfristigen Ziele?

Von den vielfältigen diskutierten Aspekten seien hier nur die wichtigsten angesprochen, die wir in die Gespräche einbringen wollen. Die Gemeinde ist ein Ort der Begegnung.

Zusammenhalt, gegenseitige Anteilnahme und das gemeinsame Gespräch sind uns besonders wichtig. Die Gemeinde lebt von diesen sozialen Beziehungen, vor allem bietet sie christliche Antworten auf drängende Lebensfragen. Ein fest zugewiesener Pfarrer prägt dieses Gemeindeleben ganz besonders und gibt wichtige geistliche Impulse.

Zu den Stärken unserer PG-Gemeinde, die es auch zu erhalten gilt, gehören vor allem die in Tiefe und Breite intensive Jugendarbeit, die verschiedenen musikalischen Aktivitäten, aber auch die Angebote für Senioren.

Nach wie vor stellt die Gewinnung von aktiven Gemeindemitgliedern im Altersspektrum von 30- 50 Jahren eine besondere Herausforderung dar. Hier sind weitere Anstrengungen erforderlich.

Wir werden selbstverständlich bemüht sein, viele dieser Fähigkeiten und Aktivitäten vor Ort zu erhalten. Dennoch wird es langfristig nicht zu umgehen sein, auf das ein oder andere liebgewonnene Angebot zu verzichten und eine gewisse Zentralisierung bzw. Aufgaben- und Angebotsaufteilung in Kauf zu nehmen.

Wir stehen erst am Anfang eines Prozesses, der uns noch viel Kraft und Engagement abverlangen wird. Diese erste Information soll Ausgangspunkt einer intensiven Diskussion innerhalb der Gemeinde sein. Wir hoffen auf konstruktive Beiträge.

„Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für Furchtsame das Unbekannte, für die Mutigen die Chance“. (Victor Hugo 1802- 1885, französischer Schriftsteller).

Und egal in welcher Organisation und unter welchen Bedingungen wir unser christliches Miteinander in Zukunft gestalten, sollten uns Jesu Worte „denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Math. 18,20) ermutigen das Beste daraus zu machen.

 

3. Gottesdienste in den Sommerferien

Nach diesen grundsätzlichen Überlegungen des Ältestenkreises zum Abschluss noch eine Information zur Gestaltung der Gottesdienste in den Sommerferien. Im Zeitraum der Schulferien erfolgt eine gegenseitige Vertretung in den beiden Kirchen der Bruchsaler Kernstadt.

Und zwar: in den ersten 3 Wochen im August Frau Knoch (10 Uhr Lutherkirche, 11 Uhr Paul-Gerhardt-Kirche),

in den zweiten 3 Wochen der Ferien Pfr. Schowalter (10 Uhr Lutherkirche, 11 Uhr Paul-Gerhardt-Kirche).

 

Jürgen Dick

Aus dem Ältestenkreis 1/2017

1. Besprechung mit der Kindergartenleitung


In der ersten ÄK-Sitzung des Jahres bekam die Leitung des Paul-Gerhardt-Kindergartens die Gelegenheit, aktuelle  Probleme und Wünsche vorzutragen. Frau Groß-Donner berichtete, dass z.Zt. alle 82 Plätze des Kindergartens besetzt
sind. Von der Warteliste konnten im September nur 4 Kinder nachrücken, weil die restlichen freiwerdenden Plätze für Umsetzungen aus den Krippengruppen reserviert waren.


Nach wie vor bestehen bei einem Teil der Kinder mit Migrationshintergrund Probleme aufgrund fehlender deutscher Sprachkenntnisse. Daher ist das Bundesprogramm „Sprache – Migration“ fester Bestandteil der Erziehungsarbeit. Zusätzlich wird, finanziert über die Bürgerstiftung der Stadt Bruchsal, einmal wöchentlich eine einstündige Sprachförderung durch die Theaterpädagogin Frau Metz speziell für Schulanfänger angeboten.
Eine weitere Ergänzung dieser wichtigen Integrationsarbeit ist die Unterstützung durch die Sprachheilschule Forst, die wöchentlich für zwei Stunden eine Lehrkraft an den Kindergarten abstellt.
Im selben Kontext muss auch die musikalische Früherziehung von Frau Oellermann gesehen werden, wofür nach wie vor ein Teil der Kosten aus drei Sonderopfern bis Mitte 2018 aufgebracht werden.


Der Kindergarten wird sich auch in diesem Jahr beim Brückenfest engagieren. Um das während der vorweihnachtlichen Zeit sehr gedrängte Programm etwas zu entzerren, wird der Kindergarten mit Zustimmung des Ältestenkreises 2017 anstelle des Adventsgottesdienstes den Erntedankgottesdienst mitgestalten.

 

2. Heizungsprobleme in der Kirche


Die Kirchgänger haben miterlebt, dass aufgrund technischer Probleme der Heizung einige Gottesdienste während der kalten Januarwochen in den Gemeindesaal verlegt werden mussten. Die Steuerungsprobleme der Heizung konnten
mittlerweile behoben werden. Dennoch muss auch in Zukunft die Heizung bei Minusgraden bereits 2 Tage vorher eingeschaltet werden, um die Temperatur hochzufahren. Der Ältestenkreis hat daher beschlossen, in Zukunft die Gottesdienste von November bis Februar im Gemeindesaal stattfinden zu lassen, um Heizkosten zu sparen. Ausgenommen sind selbstverständlich Festgottesdienste wie z.B. an Weihnachten, bei denen man auf die Kirche
zwingend angewiesen ist.

 


3. Ökumenische Vereinbarung


Aufgrund der strukturellen Veränderungen in der katholischen Gemeinde musste die bisherige ökumenische Vereinbarung neu gefasst werden. Die neue Vereinbarung umfasst jetzt die gesamte Bruchsaler Kernstadt, d.h. die
katholische Seelsorgeeinheit St. Vincent sowie die evangelischen Teilgemeinden Luther und Paul- Gerhardt, die mittlerweile alle, basierend auf einem ökumenischen Treffen am 10. Januar, zugestimmt haben. Gegenüber der alten Fassung gibt es keine wesentlichen Unterschiede, alle bereits gut eingeführten ökumenischen Aktivitäten werden
fortgeführt.


Die Unterzeichnung soll während des diesjährigen gemeinsamen Pfingstgottesdienstes am Pfingstmontag in der Stadtkirche stattfinden.

 


4. Reformationsjubiläum


Erneut dürfen wir die Gemeinde auf die zahlreichen Aktivitäten zum 500-jährigen Reformationsjubiläum hinweisen. Dabei geht es nicht primär darum, die Reformation als historisches Ereignis oder gar die Kirchenspaltung zu feiern,
sondern die Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Kernaussagen der Reformation zu suchen. Mittlerweile gibt es einen Flyer mit den Veranstaltungsterminen. Auch unsere Gemeinde beteiligt sich aktiv.

Hier ein Auszug aus dem Programm:
• Eine Briefmarkenausstellung zum Thema „Luther und die Reformation“ in den Räumen unserer Kirche.
• Ein Vortrag von Dr. Gerhard Dörner am 10.10. im Gemeindesaal zum Thema „Gottes Haushalter im Daseinskampf. Der evangelische Pfarrer des 16. Jahrhunderts“.
• Das Projekt „Luther mittendrin“.
• Ein öffentliches Singen auf dem Wochenmarkt am 8. April 10 Uhr.

 

Jürgen Dick

Aus dem Ältestenkreis 4/2016

1. Wo ist die Zeit geblieben?


Eins, zwei drei! Im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit.
Die altbekannten Verse von Wilhelm Busch kamen mir in den Sinn, als ich wieder einmal vor die Aufgabe gestellt war, aus dem Ältestenkreis zu berichten. Schon wieder ein Kirchenjahr, das zu Ende gegangen ist; eine der üblichen zeitlichen Zäsuren, die dazu anregen, innezuhalten, eine kurze Bilanz zu ziehen, über erreichte oder nicht erreichte Ziele zu sinnieren, Konsequenzen zu ziehen und Pläne für den nächsten Zeitabschnitt zu schmieden. Dabei hat man nicht selten das Gefühl, dass einem die Zeit davonläuft.

Die Zeit ist materiell nicht fassbar, sie ist nicht festzuhalten oder gar zurückzudrehen, obwohl wir das manches Mal gerne möchten. Offensichtlich bestehen zwischen der subjektiv wahrgenommenen Zeit und der objektiv messbaren oft deutliche Differenzen, wobei ein ereignisreicher Zeitraum eher kurz erscheint und wie im Fluge vergeht. Eine entsprechend pragmatische Hilfestellung gibt der Schriftsteller und Historiker Golo Mann: Nicht die schiere Zeit zählt für das nachdenkende Gefühl, sondern das, was in ihr geschah. Insofern wäre das objektive Gefühl der im Sauseschritt verlaufenen Zeit in erster Linie auf ihren Ereignisreichtum zurückzuführen.

Dies gilt sicherlich auch für unser Gemeindeleben im abgelaufenen Kirchenjahr, auf das wir erneut trotz schmerzlicher Verluste von liebgewonnenen Gemeindemitgliedern in Dankbarkeit zurückblicken können. Dabei geht es gar nicht um spektakuläre Ereignisse, sondern um die vielen Begegnungen in Gottesdiensten, Freizeiten, Brückenfest, Gruppenarbeit und vielen anderen Aktivitäten. Besonders zu erwähnen ist sicherlich die große Aktion im Bündnis für Menschlichkeit, in dem erneut für Toleranz und christliche Nächstenliebe demonstriert wurde. Bei aller Sorge um die Zukunft einer im Umbruch befindlichen und spannungsgeladenen Welt, haben wir Christen allen Grund und auch das Rüstzeug, um unbeirrt an der Zukunft zu bauen. Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann heißt es hierzu passend im Brief an die Galater 6,10. Dabei haben wir auch keinen Grund, am Verrinnen der Zeit zu verzagen.

In einem schönen Kirchenlied von Peter Strauch heißt es am Schluss:
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag, wo sie geblieben sind
Meine Zeit steht in deinen Händen,
nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden,
gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.


Und Martin Luther soll einst gesagt haben:

Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

 


2. Vom Rückblick zum Ausblick


Damit wären wir beim Schwerpunkt des neuen Kirchenjahres, den Feiern zum 500-jährigen Reformationsjubiläum. Der erst kürzlich in Bruchsal stattgefundene Bezirkskirchentag gab hierzu den Auftakt mit zahlreichen Veranstaltungen und Workshops. Auch unsere Paul-Gerhardt- Gemeinde war aktiv beteiligt, hat an einem Stand ihr Verständnis von lebendigem Gemeindeleben präsentiert und mit einem Eintopfessen für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Besonders beeindruckend war der ökumenische Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Stadtkirche.

Im neuen Jahr wird die Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum fortgesetzt. Die vorgesehenen Aktivitäten sollen jeweils rechtzeitig veröffentlicht werden. Erneut sei darauf hingewiesen, dass es dabei nicht nur um einen historischen Rückblick auf die Ereignisse zu Beginn des 16. Jahrhunderts geht. Vielmehr bietet sich die Gelegenheit
einer Auseinandersetzung mit den Gedanken und Zielsetzungen des Reformators bzw. der Reformatoren (Luther war nicht alleine, sondern wurde durch tatkräftige Mitstreiter unterstützt, darunter der in Bretten geborene Melanchthon!) und ihrer Bedeutung für unsere heutige Zeit.


Auf zwei Veranstaltungen, die bereits im ersten Quartal des neuen Jahres stattfinden und an denen auch Gemeindemitglieder aktiv teilnehmen, möchte ich besonders hinweisen:


ˆDas Pop-Oratorium Luther mit Beteiligung des deutlich verstärkten PG-Chores am 12. Februar in der SAP-Arena in Mannheim. Als Chormitglied kann ich meine ersten Eindrücke von den Proben wiedergeben:
Eine spannende Story mit mitreißenden Melodien, bei der man außerdem eine Geschichtsstunde über Luthers Beweggründe und sein Auftreten beim Reichstag in Worms erhält. Absolut empfehlenswert!

Eine Vortragsreihe über eines der Kernthemen Luthers, Von der Freiheit eines Christenmenschen  (geplante Termine 2., 9. und 16. Februar), eine Thematik, aus der sicherlich auch aktuelle Bezüge herzustellen sind.

Außerdem wird Pfr. Schowalter in den Gottesdiensten auf das Schwerpunktthema Reformation eingehen, u.a. mit Liedpredigten zu Reformationsliedern, einer thematischen Predigtreihe und verschiedenen Schriften von Luther.

Ergo: Ein interessantes und spannendes Jubiläumsjahr, auf das wir uns freuen können.

 


3. Aktuelle Informationen


Nun könnte der Leser dieser Zeilen den Eindruck gewinnen, dass sich der Ältestenkreis in seinen letzten Sitzungen vorrangig mit Fragen der Zeit, einer Bilanzierung des vergangenen Kirchenjahres und dem Reformationsjubiläum beschäftigt hat. Dies ist selbstverständlich nicht der Fall. Erneut gab es eine Fülle von administrativen und organisatorischen Fragen des Gemeindealltages zu diskutieren und zu entscheiden. Daher zum Abschluss die wichtigsten Maßnahmen bzw. Planungen:

ˆEs wird eine Lizenz beschafft zum Eigenfertigen von Liederbüchern für Jugend-/ Hauskreise, Gemeindeereignisse, Bandproben etc..

ˆProjekt Induktives Hören für Hörgeschädigte im Gottesdienst: Vorbild ist eine entsprechende Installation in einigen Kirchenbänken in Heidelsheim. In einer Umfrage soll eine Bedarfsermittlung für die Paul-Gerhardt-Gemeinde durchgeführt werden. Wenn Sie dazu Anregungen und Gedanken haben, bitten wir Sie, sich bei den Ältesten oder im Pfarramt zu melden.

Die Projekte der Renovierung des Lindenhofes sowie der Küchensanierung wurden weiter vorangetrieben. Wenn alle Genehmigungen erteilt sind, wollen wir im ersten Halbjahr noch einige Schritte tun.

Die Regale im Kirchenfoyer mit den Info-Flyern bzw. Zeitschriften sollen in Zukunft durch übersichtlichere Gestaltung zu vermehrtem Einblick seitens der Gemeindemitglieder anregen. Nehmen Sie bitte die Gelegenheit wahr, sich dort über zahlreiche interessante Veranstaltungen und Institutionen, die nicht alle in den Abkündigungen erwähnt werden können, zu informieren.

Auch für den Ältestenkreis verfliegt die Zeit. Die Hälfte der Amtsperiode ist bereits absolviert. Auch dies ist eine Zäsur, bei der sich die Frage stellt: Was hatten wir uns vorgenommen, was haben wir wirklich erreicht? Die Diskussion dieser Fragestellung wird Gegenstand unserer Ältestenrüstzeit (man könnte es auch Klausurtagung nennen) am 10./11.3. in Bad Herrenalb sein. Über die Ergebnisse soll in der nächsten Gemeindezeitung berichtet werden.

Abschließend darf ich im Namen des gesamten Ältestenkreises der Gemeinde ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2017 wünschen!


Jürgen Dick

 

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